Der Regensburger Produzent und Rapper Shawn the savage kid ist ein guter Geschichtenerzähler. In seiner Musik spricht er von Problemen, ohne den Optimismus zu verlieren, er bewegt sich mit Leichtigkeit zwischen den Genres und findet schlussendlich doch sein Eigenes. Wir unterhielten uns vor seinem Gig auf der MS Treue in Bremen mit ihm über sein neues Album „Lowlife SchickiMicki“, (Deutsch-)Rap und den Wunsch, ein guter Mensch zu sein.

Du spielst momentan deine erste eigene Tour, ihr seid schon zwei Wochen unterwegs. Wie geht’s euch?

Uns geht es ziemlich gut. Wir hatten schon ein paar echt gute Gigs im Süden, hier im Norden sind wir glaub ich eher unbekannter, aber wir freuen uns trotzdem heute auf die coole Location und morgen spielen wir in Regensburg, das wird natürlich ein Heimspiel. Also es ist anstrengend, aber uns geht es gut.

Du warst bisher als Voract auf ein paar Touren dabei, da ist besonders eRRdeKa ins Auge gefallen – wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und wie war’s?

Ja, das war auch für mich recht überraschend. Wir kannten uns nämlich vorher gar nicht und er hatte mir dann einfach eine Nachricht geschrieben und gefragt, ob wir Lust hätten. Im Endeffekt hat die Tour echt Spaß gemacht und auch die Leute, die da waren, fanden uns ganz cool. Wir hatten vorher ein bisschen gerätselt, ob das eRRdeKa-Publikum unsere Musik so verstehen würde. Mit den Jungs haben wir uns auch gut verstanden und wenn das menschlich passt, ist der Rest ja eigentlich egal.

Das ist ja sowieso spannend, diese ganze Netzgeschichte. Ich hab das Gefühl, da entstehen in Bezug auf Musik, aber auch privat, ganz neue Verbindungen, die sich früher so nicht ergeben hätten.

Ja, das mag stimmen. Wie man ja auch bei meiner Geschichte sieht (lacht). Aber oft ist es auch so, dass diese Verbindungen flüchtiger sind, als persönliche Ansprache. Es bleibt oft bei zwei Nachrichten und verläuft sich dann. Wohingegen man Sympathien viel genauer ausloten kann, wenn man jemanden persönlich kennen lernt, beispielsweise auf einem Festival oder durch einen gemeinsamen Bekanntenkreis.

In deinem Song „Nie wieder weg“ erzählst du von der absoluten Entspanntheit im Urlaub. Kann eine Tour ein ähnliches Gefühl auslösen?

Nee, das ist schon etwas anderes. Ich muss mich zwischendurch um ziemlich viel kümmern, wir fahren jeden Tag weiter. Das ist schon anstrengender.